Archiv

Neugründung SHG Histaminunverträglichkeit/Histaminintoleranz angedacht

In der Selbsthilfekontakstelle liegt von einer Betroffenen eine Anfrage auf Gruppengründung der SHG Histaminunverträglichkeit/Histaminintoleranz vor.

Wir freuen uns, wenn sich interessierte und betroffenen Menschen, dieser recht unbekannten Krankheit, bei der Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle unter Tel. 0395 56039 55 oder per Mail melden. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

mindestens 1 % der Deutschen leiden darunter

 

Kurzfassung:

Die Histamin-Unverträglichkeit (Histaminose) ist eine erworbene oder angeborene nicht immunologische Stoffwechselstörung, zu der vermutlich mehrere körperliche Ursachen und Umweltfaktoren beitragen. Der körpereigene Botenstoff Histamin kann beim Betroffenen nicht mehr auf dem Sollwert gehalten werden, wenn er übermässig aus Speicherzellen frei gesetzt wird, wenn zusätzliches Histamin von aussen zugeführt wird (Ernährung, Darmflora) oder wenn der enzymatische Abbau behindert ist. In der Folge kommt es zur Fehlregulation zahlreicher Körperfunktionen.

Die Symptome der Histamin-Intoleranz gleichen einer Allergie, einer Lebensmittelvergiftung oder einer Erkältung.

Oft gelingt es den Betroffenen nicht, alle Auslöser zu identifizieren oder überhaupt einen Zusammenhang mit irgendwelchen auslösenden Faktoren zu erkennen. Ausser der versuchsweisen Durchführung der Histamin-Eliminationsdiät während einiger Wochen steht noch keine brauchbare Diagnosemethode zur Verfügung.

Hauptpfeiler der Therapie ist das dauerhafte Meiden unverträglicher Lebensmittel und unverträglicher Medikamente. Bei Bedarf kann die Therapie medikamentös unterstützt werden. Die unverträglichen Lebensmittel verteilen sich über alle Nahrungsmittelkategorien und oft entscheidet die Frische über die Verträglichkeit.

Zu meiden sind z.B.: Fisch, Wurstwaren, Trockenfleisch, lang gereifte Käsesorten, Wein, Sekt, Bier und Essig, Sauerkraut, Spinat, Tomaten, Aubergine, Avocado, Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Soja), Erdbeeren, Himbeeren, Zitrusfrüchte, Banane, Ananas, Kiwi, Birnen, Papaya, Nüsse, viele Saucen, Würzen und Gewürze, aber auch bestimmte Lebensmittelzusatzstoffe.

Da auch Medikamente, Stress, Anstrengung und diverse Chemikalien die Symptome verstärken können, ist die Histaminose keine reine Nahrungsmittelunverträglichkeit.

pic-nb2.png